Lastenrad
Wooow, was für ein Fahrrad!
So die Worte eines guten Freundes, bekennender Fan energiehungriger Großraumlimouisinen, der seine Begeisterung nicht unterdrücken konnte um sofort mit seinem schicken Smartphone einige Schnappschüssse für seine Frau zu machen.
Ja, das Yuba Mundo, seit April 2010 das Velonom Prana (Erläuterung siehe unten) ist ein wirklich imposantes Gefährt. Und genau so fährt es sich: Souverän, spurtreu, komfortabel.
Majestätisch zieht es mit dem Fahrer seine Bahn und führt ihn zuverlässig zu seinem Ziel. So stellt sich hier die Frage nach dem Ziel. Was soll Mensch mit solchen einem Fahrrad denn anfangen?
Die Antwort auf diese Frage kann nur eine persönliche sein. Bei uns lautete Sie:
Vor dem Prana wurde grössere innerstädische Transportaufgaben von uns mit dem Auto, einem Renault Kangoo Diesel, bewältigt. Dieser hatte aber irgendwie keinen richtigen Platz mehr in unserer Idee der Mobilität. Er war zwischenzeitlich zu gross für uns, die Kinder gingen den grössten Teil der Freizeit ihre eigenen Wege. Dazu hätte er nach unserer Auffassung dringend einen Russpartikelfilter benötigt. Dieser kam aber aus verschiedenen Gründen nicht in Frage und lohnte sich auch nicht mehr bei einer jährlichen Fahrleistung von unter 10 000 km. Ersetzt wurde der Kangoo dann durch einen spritsparenden Renault Twingo und dem Prana. Eine gute Entscheidung. Für unsere Gesundheit und unsere Umwelt.
So das Fazit nach einem Jahr
Zurück zum Prana.
Bestellt hatte ich dieses im Oktober 2009 als 18 Gang Version mit Schutzblechen und Lichtanlage. Als Bausatz. Um endlich mal ein Rad selber aufzubauen. Der Zusammenbau erfolgte dann in der warmen Stube. Nach einem Tag war es soweit. Das Yuba war fertig montiert.
Die ersten paar Meter. Eine Überraschung. Der Antritt, das Handling. Eine Dynamik und Leichtigkeit die wir nicht erwartet haben.
Auch der Freund der beim Aufbau mit Hand anlegt ist erstaunt. Umso mehr, als er als sportiver Mountainbikefahrer dem Konzept eines Lastenrads bisher etwas skeptisch gegenübersteht. Und so geht es zur ersten Einkaufsrunde.
Auf der rechten Seite des Gepäckträgers die GoGetter Tasche von Velonom, auf der linken zwei Ortlieb Backroller beladen, mit dem Wocheneinkauf einer vierköpfigen Familie. Das Anfahren am Anfang etwas wackelig, dann aber zieht das Prana souverän seine Spur. Kein Hauch von Unsicherheit ist mehr zu verspüren. Auch eine rasante Abfahrt macht Freude. Ohne Stirnschweiss.
Soweit. so gut. Wo gab es bisher Probleme?
- Ein rauher Felgenstoss. Die Felgen des Pranas sind aktuell nicht CNC gefräst. Der Felgenstoss des Vorderrads war sehr rauh. Dies führte zu einem nervigen unrunden Bremsverhalten. Klaus Schröder schickte kostenlos eine neue Vorderradfelge. Danach war das Problem nicht ganz gelöst aber im akzeptablen Bereich.
- Die Bremsen hatten einen sehr schwammigen Druckpunkt und sind nicht leicht einzustellen. Ich führte dies auf den langen V-Brake Bremsarm zurück. Zwischenzeitlich hat Klaus Schröder einen Kevlar verstärkten Bremszug kostenlos nachgeliefert. Jetzt ist die Bremse gut zu dosieren (wobei ich zwischenzeitlich vorne auf eine Magura HS 33 umgerüstet hatte, was im Nachhinein betrachtet mit den neuen Bremszügen wohl nicht notwendig gewesen wäre).
Alles im Allem haben wir die Entscheidung für das Prana niemals bereut. Ganz im Gegenteil.
Das beste wäre wohl das Prana mit mehreren Personen zu teilen, eine Art PranaSharing. so dass das Rad gut ausgelastet ist.
Weitere Fragen beantworte ich gerne per Email (jhofaecker(at)arcor.de
Jürgen Hofäcker im November 2010
Yuba Mundo wird Velonom Prana
Klaus Schröder trennte sich Anfang 2010 von seinem amerikanischen Partner und vertreibt seither das Yuba Mundo unter dem Namen Velonom Prana. Hier zu sehen auf der Spezialradmesse in Germersheim im April 2010
Das Prana auf der Spezialradmesse in Germersheim 2010